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03/2010

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1. Rating kommt immer zum „falschen“ Zeitpunkt
2. Outperformance findet woanders statt
3. Praxishandbuch Firmenkundengeschäft
4. Strukturwandel und Konzentrationsprozesse im deutschen Hypothekenbankwesen
5. Kundenzufriedenheit – ein Primärindikator in der Finanzanalyse

Literaturhinweise:

Oliver Everling und Monika Müller (Herausgeber): Risikoprofiling von Anlegern - Kundenprofile treffend analysieren und in der Beratung nutzen, Bank-Verlag Medien GmbH, Köln, http://www.bank-verlag.de/, 1. Auflage 2009, 534 Seiten, Art.-Nr. 22.443-0900, ISBN 978-3-86556-222-7.

Willkommen beim Everling Internet Newsletter Ausgabe 3/2010 vom 20. 1. 2010!

1. Rating kommt immer zum „falschen“ Zeitpunkt

Ein oft gehörter Kritikpunkt an den Ratingagenturen sei, dass sie bei den beurteilten Unternehmen genau dann zu besonderem Arbeitsaufwand führen, wenn diese ohnehin schon durch andere Aufgaben besonders belastet seien. “Ratinganfragen kommen immer zu einem ungünstigen Zeitpunkt”, sagt Silke Thomas von der Deutschen Telekom AG (DTAG) auf der AGRION-Veranstaltung “Bewertung unternehmerischer Nachhaltigkeit: Ratingagenturen und Nachhaltigkeitsindizes”.

Der Beweis ist leicht geführt: Thomas zeigt den Zeitplan der Top-Rating-Anfragen und –Ergebnisse der DTAG: Hier reihen sich SAM, Oekom, Vigeo, imug/EIRIS, Sarasin, RiskMetrics, CDP, Innovest und Sustainalytics aneinander. Die Übersicht von Thomas zeigt: Praktisch ständig gibt es Anfragen von Ratingagenturen – über das ganze Jahr hinweg, so dass Anfragen natürlich auch zu Zeitpunkten eintreffen, an denen sich die Unternehmen nicht noch zusätzliche Aufgaben wünschen.

Den idealen Zeitpunkt für die Durchführung eines Nachhaltigkeitsratings gibt es also nicht, sondern die Koordination von Anfragen zum Rating ist eine Daueraufgabe. Der Nutzen liegt intern wie auch extern. Intern werden Informationen eingesammelt und Ratingergebnisse genutzt, um daraus Benchmarks und Handlungsempfehlungen für das eigene CR-Programm abzuleiten. Das Rating unabhängiger Agenturen diene dazu, die eigene Performance kritisch zu hinterfragen.

Die externe Sicht, welche Themen wichtig sind, hilft bei der Schwerpunktsetzung eigener Aktivitäten. Der Anteil nachhaltiger Investoren sei bei der DTAG deutlich gestiegen. Leider ließe sich nicht genau nachverfolgen, auf welche Agenturen dieser Effekt zurückzuführen sei, in jedem Fall lohne sich aber der Aufwand. Der Aufwand beschränke sich aber nicht auf die Personen, die unmittelbar mit der Kommunikation zu Ratingagenturen befasst seien, sondern erstrecke sich auch auf diejenigen, die in den Fachabteilungen zuzuliefern hätten.

2. Outperformance findet woanders statt

“Outperformance findet woanders statt”, sagt Axel Wilhelm, Geschäftsführer der Sustainalytics GmbH auf der Konferenz zur “Bewertung unternehmerischer Nachhaltigkeit: Ratingagenturen und Nachhaltigkeitsindizes” im DVFA-Center in Frankfurt am Main. Der Weg zum ESG Rating führt über Kriterien zu den Bereichen “Environment”, “Social” und “Governance”. Diese Kriterien werden nicht unter dem Aspekt analysiert, ob damit eine Outperformance im Anlageerfolg erreicht werden kann.

“Wir können nicht objektiv begründen, warum unsere Gewichtung richtig ist”, räumt Wilhelm ein. Die Gewichtungen seien nicht wissenschaftlich ableitbar, sondern Ergebnis von Beratungen unter Experten. Je mehr Kriterien verwendet werden, desto geringer ist der Einfluss jedes einzelnen Indikators. Wenn Unternehmen in einzelnen Bereichen schlecht sind – zum Beispiel Korruption –, so führe dies nicht automatisch daher zu einem insgesamt schlechten Rating.

Wilhelm skizziert den Auswahlprozess, durch den aus dem Anlageuniversum potentielle Investmentkandidaten ausgewählt werden. ESG Analyse und Finanzanalyse kombinieren sich durch eine Synthese konvetioneller und nachhaltiger Analysen zu einem Investmentuniversum, aus dem das Sustainability Portfolio gebildet wird.

Sustainalytics wird durch mehr als 100 Kunden beschäftigt, von A wie Aegon bis U wie UmweltBank. Bei DWS Investment werde beispielsweise strikt nach dem Ansatz “best in class” vorgegangen. Darunter sei zu verstehen, nur unter den besseren 50 % der Unternehmen auszuwählen. Für Publikums- wie auch Spezialfonds werden Nachhaltigkeitsratings herangezogen.

Nach einer DAX 30 Studie, die seit 2003 fortgeführt werde, zeigt sich, dass BMW, Henkel und Deutsche Telekom im Rating am besten abschneiden – diese sieht Wilhelm auf den ersten drei Rangplätzen. Es werden insgesamt 1.700 bis 2.000 Unternehmen analysiert, gleich, ob diese sich an dem Verfahren beteiligen wollen. Seit 2003 haben sich die meisten Ratings stabil verhalten. BMW habe sich “hochgekämpft”, während es sich bei Henkel und Telekom um “alte Bekannte” im Punkt Nachhaltigkeit handele. Im internationalen Vergleich aber sei selbst eine Adresse wie ThyssenKrupp noch überdurchschnittlich zu beurteilen.

3. Praxishandbuch Firmenkundengeschäft

Die Finanzkrise, die inzwischen auch bei mittelständischen Firmenkunden angekommen ist, macht das Geschäft für Banken und Sparkassen nicht einfach. Vor diesem Hintergrund hilft ein hochkarätiges Autorenteam aus Bankpraxis und Wissenschaft mit einem neuen Buch, die dennoch existierenden aussichtsreichen Geschäftsfelder zu identifizieren und ertragbringend zu bearbeiten. Dazu gehören beispielsweise die Nachfolgeberatung, Systeme zur betrieblichen Altersversorgung oder alternative Finanzierungsinstrumente wie Factoring und Leasing. Der Marktlage Rechnung tragend, nimmt auch das Thema Risikomanagement im Firmenkundengeschäft breiten Raum ein. Best Practice Beispiele aus dem Sparkassen-, Genossenschafts- und Privatbankbereich sorgen für eine anschauliche und anregende Darstellung.

Jürgen Hilse, Werner Netzel und Diethard B. Simmert (Hrsg.) legen mi dem “Praxishandbuch Firmenkundengeschäft - Geschäftsfelder, Risikomanagement, Marketing” (1. Auflage 2010, ISBN: 978-3-8349-1569-6, 532 Seiten, geb., 64,95 Euro) im Gabler Verlag (http://www.gabler-verlag.de/) Beiträge namhafter Autoren zu Fragen der Kundenbedürfnisse und Profitabilität von Marktsegmenten, zu strategischen Positionierungen im Firmenkundengeschäft, zu den Wachstumsmärkten im Firmenkundengeschäft, zum Risikomanagement und zur Finanzkommunikation vor.

Die Herausgeber sind erfahrene Praktiker und Wissenschaftler: Jürgen Hilse ist seit 30 Jahren im Firmenkundengeschäft einer Sparkasse tätig. die Hälfte der Zeit als Marktverantwortlicher, die andere Hälfte als Marktfolge-Vorstand. Werner Netzel ist seit 2006 als Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes für die Markt- und Personalstrategie der Sparkassen-Finanzgruppe verantwortlich. Diethard B. Simmert hat eine Professur an der International School of Management (ISM) in Dortmund und Frankfurt und ist dort Studiengangsleiter für “Corporate Finance”. Gleichzeitig ist er Geschäftsführer der “ISM Institut für Rating und Corporate Finance GmbH” in Dortmund.

“Wir geben nicht vor, in diesem ‚Praxishandbuch Firmenkundengeschäft’ eine Blaupause für die Neustrukturierung dieses Geschäftsfeldes zu präsentieren. Dies ist angesichts unterschiedlicher Ausgangslagen und Rahmenbedingungen sowie divergierender geschäftspolitischer Ausrichtungen der Banken nicht möglich. Unser Anspruch ist vielmehr,” schreiben die Herausgeber in ihrem Vorwort, “Erfahrungen weiterzugeben, Anregungen und Anstöße für den Prozess der kritischen Überprüfung sowie einer eventuell notwendig werdenden strategischen Neuausrichtung zu geben, m.a.W., wir unterstützen beim Suchprozess für das jeweils individuell passende, maßgeschneiderte Konzept.” Diesem Anspruch werden sie in vollem Umfang gerecht.

Das “Praxishandbuch Firmenkundengeschäft” zeigt, dass das Thema “Rating” die Banken nicht nur aus der Perspektive beschäftigen muss, wie Firmenkunden zu klassifizieren und welche preispolitischen Konsequenzen aus erteilten Ratings zu ziehen sind, sondern auch das Bankenrating aus der Perspektive des Firmenkunden. Im Beitrag “Strategische Positionierung einer Großbank im Firmenkundengeschäft” z. B. zeigt Wilhelm von Haller, dass Liquidität wieder zu einem Wert an sich geworden ist, für den durchaus ein Preis akzeptiert wird. “Bei Geldanlagen kommt es nicht mehr allein auf Rendite an. Wir erleben eine zunehmende Verteilung des Anlagevolumens auf verschiedene Banken – allerdings mit einer Bevorzugung jener Banken mit hervorragendem Rating. Dies ist vielen Kunden inzwischen wichtiger als eine überdurchschnittliche Verzinsung.”

Wie wichtig die langfristige strategische Positionierung für den Erfolg einer Bank ist, begründet auch der Beitrag “Nachfolgeregelung im Mittelstand” von Horst Kary und Hermann Dittmers: “Je früher die Planung der Unternehmensnachfolge beginnt, desto leichter und erfolgreicher wird sie gelingen. Nicht nur deshalb wird in den Ratingverfahren der Banken und Sparkassen die rechtzeitige Einleitung einer Unternehmensnachfolge mit einem Bonus belohnt. Für alle Beteiligten ist dieser Prozess ein längerfristiges Unterfangen.”

Der Beitrag von Rudolf Schüller und Ralf Goebel, “Risikomanagement – Strategiegespräch mit dem Unternehmensmanagement”, zeigt am Beispiel der Sparkassen, wie wichtig Jahresgespräch und Ratingkommunikation für ein erfolgreiches Firmenkundengeschäft geworden sind. Ratingkommunikation und betriebswirtschaftliche Beratung sind feste Bestandteile des Jahresgesprächs mit Firmenkunden. Das Stärken-Potenzial-Profil macht das Ratingergebnis im Jahresgespräch transparent und verständlich. Nur so können eine Vertrauensbasis durch eine offene, transparente Kommunikation über das Rating geschaffen und gemeinsam Maßnahmen zur Verbesserung der ganzheitlichen Unternehmenssituation des Kunden abgeleitet werden.

4. Strukturwandel und Konzentrationsprozesse im deutschen Hypothekenbankwesen

Die Doktorarbeit von Oliver Redenius kommt gleich mit zwei gewichtigen Geleitworten daher - von Joachim Plesser und von Siegfried Guterman. Damit wird dem Leser schon auf den ersten Seiten klar, dass hier nicht bloß irgendwelche Überlegungen zum Hypothekenbankwesen vorgelegt werden, sondern eine tiefgreifende, beachtenswerte Analyse. “Strukturwandel und Konzentrationsprozesse im deutschen Hypothekenbankwesen” lautet der Buchtitel dieser Dissertation an der Universität Frankfurt am Main (2009, 346 Seiten, 9 Schwarz-Weiß-Abbildungen, Gabler Verlag, ISBN-13: 9783834919601, http://www.gabler.de/). Dr. Oliver Redenius promovierte bei Prof. Dr. Werner Plumpe am Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Goethe-Universität Frankfurt. Derzeit arbeitet er bei der Eurohypo AG.

Sehr treffend wandelt Gutermann ein Zitat von Bill Gates ab: “Hypobanking is necessary, Hypobanks are not” – und trifft damit die Problematik der Diskussion um die Institution der einstigen Hypothekenbanken, die inzwischen als Pfandbriefbanken ganz der (volkswirtschaftlichen) Funktion gewidmet sind und nicht mehr unter einem Artenschutz zur Bewahrung evolutionärer Zwischenformen im Bankwesen stehen. Redenius vertritt die These der “Entinstitutionalisierung”. Zusammengefasst besagt diese, dass das deutsche Realkreditsystem auch außerhalb der Institution “Hypothekenbank” national wie international wettbewerbs- und leistungsstark in die Zukunft blicken kann.

Die Geschichte des Pfandbriefs und der Hypothekenbanken ist eine Geschichte hervorragender Ratings, die sich auch in der Krise als verlässlich erwiesen haben. Die guten Ratings sichern der Finanzierung mit Hilfe von Pfandbriefen einen Wettbewerbsvorteil insbesondere auf den internationalen Finanzmärkten, auf denen Pfandbriefe in Konkurrenz zu anderen vermögensgedeckten Wertpapieren treten.

Die Arbeit von Redenius zeichnet jedoch nicht die Entwicklung der Ratings für Pfandbriefe oder die Argumentarien und Kriteriologien führender Ratingagenturen nach, sondern liefert selbst Stoff für die Einschätzung von Fusionen und Akquisitionen im deutschen Hypothekenbankwesen. Analysten von Ratingagenturen wird mit dem Buch von Redenius daher ein kompakter und aktueller Überblick über die Entstehungsgeschichte und Konzentrationstendenzen der Hypothekenbanken geboten.

Die Dissertation von Redenius ist beispielgebend für wissenschaftliches Arbeiten, das sich der sorgfältigen Sammlung und Beschreibung von Fakten und Erklärungen bemüht, bevor theoretische Modellierungen vorgenommen werden, die sich durch realitätsferne Prämissen vom Geschehen in der Praxis weitgehend abkoppeln. Die Doktorarbeit von Redenius erscheint daher auch unter diesem Gesichtspunkt zur rechten Zeit als Aufforderung an die Wissenschaft, sich mit Demut vor der Komplexität der zu beschreibenden Realität die vielen Details nicht außer Acht zu lassen, die zu einem Gesamtverständnis des Phänomens “Pfandbrief” zwingend erforderlich sind.

5. Kundenzufriedenheit – ein Primärindikator in der Finanzanalyse

Die Wahrnehmung aus Kundensicht ist bereits heute ein wichtiger Faktor in der Finanzanalyse und somit ein wichtiges Thema für jedes Unternehmen. Die Website http://www.AllFindUs.com ist eine im März 2009 gegründete neutrale Referenzadresse für qualitative Dienstleistung in Deutschland und Luxemburg.

Durch diese neutrale Meinungsplattform erhalten Dienstleister und Firmen die Möglichkeit, die Zufriedenheit Ihrer Kunden messbar in Echtzeit darzustellen und auch aktiv mit dieser zu arbeiten. Die Meinungsplattform stellt eine umfangreiche Kundenzufriedenheitsanalyse für jeden Konsumenten kostenlos zur Verfügung. Online Controlling Funktionen, mit denen die Leistungen des Unternehmens analysiert werden, sind buchbare Optionen. Jedes Unternehmen kann mittels Modul Kundenzufriedenheit eine aktive Befragung auch auf der eigenen Homepage vornehmen. Die Datenbank beinhaltet bereits 5 Mio. Firmendatensätze aus Deutschland und 36.000 Datensätze aus Luxemburg.

AllFindUs bietet jedem Unternehmer die Sicherheit, dass nur die aktuelle User-Meinung gespeichert wird, vorherige Votings werden überschrieben. Die Kundenmeinungen bleiben somit nicht dauerhaft gelistet, sondern können stets revidiert werden. Mit Löschung der Userdaten werden auch alle abgegebenen Bewertungen unwiderruflich gelöscht. Das AllFindUs Rating, als Nachweis der messbaren Kundenzufriedenheit, wird von Zertifizierungsinstituten anerkannt und ist in jedem Bank Ratinggespräch einsetzbar.

Die Aufgabe des Unternehmers ist die Nachhaltigkeit seines Betriebes durch Leistungsfähigkeit zu gewähren. Traditionelle Indikatoren wie Bilanz und Erfolgsrechnung werden heute ergänzt durch Humankapital mit Kundenzufriedenheit.


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Everling Advisory Services ist ein Unternehmen, das mit dem Bonitätszertifikat @rating Quality Label versehen wurde. Einsicht in die damit verbundene @rating Bewertung gibt http://www.cofacerating.de.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Oliver Everling

RATING EVIDENCE GmbH
Vanity +49 (700) EVERLING
Phone +49 (700) 38375464
Skype oeverling
http://www.rating-evidence.com/
Fax +49 (69) 271599126
Frankfurt am Main HRB 58721
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VAT Registration Number DE 199376546
Management Board Dr. Oliver Everling
PO Box 900336, 60443 Frankfurt am Main
A company of Everling Advisory Services

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